„Spielen soll der Mensch.“

Forscher haben herausgefunden, dass Kreativität und geniale Einfälle oftmals am häufigsten in Situationen eintreten, die nicht als optimale Bedingungen gelten. Unter der Dusche, beim Spaziergang, kurz vorm Einschlafen …sprudeln die Ideen regelrecht aus unserem Denkorgan. Wenn wir den Erfolgsdruck und die Anstrengung heraus nehmen und unsere Gedanken, in einem entspannten Zustand treibend, fließen lassen, schaffen wir eine Situation, die Gedankenspiele ermöglicht. Wie ein Spiel, welches wir als Kind spielten und bei dem es nicht ums Gewinnen ging, entfaltet sich unsere Vorstellungskraft. Kinder kennen beim Spielen keinen Erfolgsdruck oder eine Absicht, dadurch entfalten sie ihre Fähigkeiten und lernen sich dabei kennen.

Wir erlebten gestern solch einen Moment. Ohne Absicht oder Zweck wurde durch unser spontanes Gedankenspiel eine Idee, die sich zu einem konkreten Projekt entwickelte. Wir saßen zu dritt an unserem Esstisch, als die Magie anfing sich auszubreiten. Es war eine beiläufige Bemerkung die das Rad ins Rollen brachte. Wir waren alle drei entspannt und hatten nicht die Absicht etwas Geistreiches oder Kreatives zu entwickeln und genau dieser Zustand hat es ermöglicht, dass sich etwas Eigenständiges entfalten konnte, welches nicht beabsichtigt war. Unser Besuch hat jetzt ein Projekt gefunden, nachdem er nicht suchte, was aber genau das ist, was er schon immer machen wollte. Dieses Ergebnis wäre vor 2 Wochen undenkbar gewesen, denn privater und beruflicher Druck haben so negativ gewirkt, dass unser Freund eine düstere Zukunft für sich gesehen hatte. Davon ist nichts mehr übrig geblieben, im Gegenteil, die Motivation und Lebensfreude ist so stark wie lange nicht mehr.

Hedy und ich haben danach bei einem leckeren Rotwein, selbst gebackenem Brot und einer traumhaften italienischen Salami diskutiert, wie wichtig es ist Zeit zu haben und sich Situationen zu schaffen, die Räume für Neues ermöglichen.

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Es ist nicht wenig Zeit, die wir zur Verfügung haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.

Lucius Annaeus Seneca (54 v. Chr. – 39 n. Chr.)