Warum schreibt man etwas auf?

„Weil in dem kleinen Kopf nicht alles Platz hat“, sagte meine Oma. Und das ist wohl richtig, zum Teil wenigstens. Wir schreiben, egal, ob auf Papier, in einem Computer oder auf unserem Handy. Wir verwalten unsere Termine, damit wir nichts versäumen. Wir verfassen Einkaufszettel, damit wir im Supermarkt nicht das Falsche einpacken und das Wichtige vergessen. Für den Urlaub machen wir lange Listen, was in den Koffer soll, anderenfalls müssten wir einzelne Dinge für teures Geld am Urlaubsort nachkaufen. Im Beruf erstellen wir umfangreiche To-do-Listen und überprüfen sie mehrmals, auch während des Arbeitsfortgangs, damit nur ja kein Zwischenschritt übersehen wird und ein geplantes Projekt reibungslos bis zum Ende abgewickelt werden kann. Zeit- und Geldverlust durch unzureichende Planung werden sehr negativ vermerkt und schmälern den Erfolg. Danach werden Arbeitsanweisungen, Betriebsanleitungen, Ersatzteillisten und was nicht noch alles geschrieben; manchmal mit zweifelhaften Erfolgsaussichten.

Aber in dem ‚kleinen Kopf‘ spielt sich noch eine ganze Menge mehr ab. Alles, was wir im Laufe unseres Lebens sehen, hören, lernen, erleben, hinterlässt Eindrücke, positive und negative, und bildet letztlich unsere Persönlichkeit. Sind es diese Erfahrungen nicht wert, aufgeschrieben zu werden?

Ich habe fast ein halbes Jahrhundert tief im Berufsleben gesteckt und ausschließlich praktische Texte verfasst (siehe oben). Alles, was mir sonst widerfahren ist, habe ich zuerst darauf abgeklopft, wie es zum Job passt oder passend gemacht werden kann. Was nicht harmonierte oder irgendwie quer lag, habe ich meist aufgeschrieben, um mich später einmal, wenn ich Zeit hätte, damit zu beschäftigen. Was ich nicht getan habe, jedenfalls nicht so. Obwohl im Laufe der Jahre eine ganze Menge interessanter Begebenheiten und Geschichten zusammengekommen sind. Ich bin auch nicht sicher, ob jemand so etwas aus einer Laune oder einem Ärger heraus Entstandenes lesen möchte.

Nun habe ich keine beruflichen Pflichten mehr und kann mich vorwiegend mit dem beschäftigen, was ich gern mache: Schreiben. Ich habe meine eigenen Erlebnisse und die Erfahrungen anderer, mir nahestehender Menschen, die ich zum Teil mit erleben und mit erleiden durfte oder musste, als Grundlage für meine kleinen Geschichten genommen. Ich habe sie ein bisschen geschüttelt, ein bisschen gerührt, und mache daraus Romane über liebenswerte Leute, die ihren Alltag meistern, mit Höhen und Tiefen, wie wir alle das Leben kennen. Manchmal ist in der Geschichte auch ein Bösewicht vonnöten, quasi als Kontrapunkt. Politische und sozialkritische Themen ziehe ich nur insoweit heran, wie sie für den Fortgang der Geschichte erforderlich sind. Ansonsten halte ich mich aus Politik und anderen Themen, die meiner Ansicht nach ausreichend in der Tagespresse und anderen Medien berichtet und diskutiert werden, weitestgehend heraus.
Ich biete meine Bücher netten Menschen an, die sich bei der Lektüre entspannen möchten, sei es auf einer Zugfahrt, am Urlaubsstrand oder abends vor dem Einschlafen.

Nun liegt mein erstes gedrucktes Buch vor. Es heißt „Ein turbulentes Jahr mit Folgen“ und handelt von zwei sehr ungleichen Schwestern, die beruflich zusammengespannt sind, weil sie gemeinsam das Porzellangeschäft ihrer Eltern weiterführen sollen. Sie tragen manchen Kampf aus, stark geprägt von ihrer sehr unterschiedlichen Lebenseinstellung, und einige alte und ferne Freunde mischen auch noch kräftig mit.

Mein Buch ist im Verlag edition fischer unter ISBN 978-3-86455-063-8 erschienen und im Buchhandel für 10,90 € erhältlich. Ich würde mich sehr freuen, Sie zu meinen Leserinnen und Lesern zählen zu dürfen. Da ich im Laufe meines Lebens doch viele Menschen kennengelernt habe, ist ein weiteres Manuskript bereits in Arbeit und schon ein gutes Stück weit gediehen. Ich werde es Ihnen zum gegebenen Zeitpunkt gern vorstellen.

Zur Webseite:  http://www.christiane-hackenberger.de

Christiane Hackenberger

hatte schon immer Freude an Büchern. Nach ihrer langjährigen Berufstätigkeit in vorwiegend kaufmännischen und technischen Bereichen widmet sie sich nun dem Schreiben von Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sein könnten. Sie lebt mit ihrem Mann in Hannover.

Danke Christiane Hackenberger, für diesen Gastbeitrag.

Ich hatte das Vergnügen einer der ersten Menschen zu sein, die einen frühen Einblick in Christiane Hackenbergers Buch bekamen. Nachdem ich das Manuskript gelesen habe, ist mir bewusst geworden, dass dieses Erstlingswerk schon bald „Nachwuchs“ bekommen wird. Ich hatte einfach Lust weiter zu lesen und dies ist für mich immer ein Zeichen gut unterhalten zu werden. Frau Hackenbergers Sprache und Schreibstil konzentrieren sich wunderbar auf die Geschichte und deren Akteure und versuchen nicht durch unnötige Wortakrobatik die Leser zu beeindrucken. Hier steht eine wunderbare Geschichte im Vordergrund, die mit viel Liebe erzählt wird.

„Warum schreibt man etwas auf?, ist die Frage, die am Anfang gestellt wird. Hoffentlich um mehr solcher bezaubernden Geschichten lesen zu können. Ich wünsche Frau Hackenberger viel Erfolg für dieses sehr zu empfehlende Buch.

Hedy Grafenhorst