„Lungenbraten ?????“

Ich kann mir vorstellen, wie viele von euch angeekelt den Kopf geschüttelt haben. Dieser Braten hat jedoch gar nichts mit „Lunge“ zu tun, sondern ist eine ganz spezielle Art einen Rinderbraten zu machen. Der Begriff „Lungenbraten“ kommt aus dem österreichisch-böhmischen und dort nennt man das Filet „Lunge“, vom lateinischen „Lumbus“ (Lende).

Dieses Rezept habe ich von meiner Oma, die 1946 vom Sudetenland, heutige Tschechei, vertrieben wurde. Sie hat ihr ganzes Leben lang die böhmisch-tschechische Küche gekocht. Sehr traditionell, lecker und deftig.

 

Für diesen Braten braucht ihr:

1 kg Rinderbraten
1 kg Karotten
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
100 g Speck
200 g Sahne
750 ml Wasser
Salz und Pfeffer

Zunächst die Karotten schälen und fein raspeln. Nun ein gutes Stück Butter in einen Topf geben und die Karottenraspeln kräftig anbraten. Sie werden erst ein wenig heller und dunkeln dann nach. Achtet darauf, dass sie nicht anbrennen.

Jetzt das Fleisch waschen und abtrocknen, mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Den Speck in kleine Streifen schneiden und das Fleisch damit spicken.

Nun wieder ein gutes Stück Butter (meine Oma war da immer sehr großzügig) in einen großen Topf geben und das Fleisch von allen Seiten gut anrösten. Die Zwiebeln und den Knoblauch dazu geben und kurz anschwitzen. Anschließend die geraspelten Karotten  zum Fleisch geben und mit dem Wasser ablöschen. Das ganze soll jetzt gut 2 Stunden köcheln. Nach Ende der Garzeit die Sahne mit etwas Mehl oder Speisestärke gut verrühren und die Soße damit andicken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu passen Semmelknödel:

10 altbackene Brötchen klein schneiden, ca. 200 ml lauwarme Milch dazu geben, ein Ei hineinschlagen, eine Prise Salz und 20 g Mehl einstreuen. Das ganze fest vermischen, bis eine Masse entsteht. (Eventuell noch Milch dazu geben oder wenn es zu locker ist noch Semmelbrösel dazu). Die Masse sollte nicht zu fest und nicht zu locker sein. Anschließend Knödel formen und die Knödel ins kochende Salzwasser legen, Temperatur herunterschalten und bei leichter Hitze 20 Minuten ziehen lassen.

Ich wünsche gutes Gelingen und guten Appetit. Wie hat es euch geschmeckt? Hinterlasst mir doch einen Kommentar.

Liebe Grüße Hedy

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Es wird mit Recht ein guter Braten, gerechnet zu den guten Taten.

Wilhelm Busch (1832-1908), dt. Schriftsteller, Maler u. Zeichner