„Eine kleine Geschichte, die ich erlebt habe.“

Letzte Woche bin ich am frühen Nachmittag in die Eilenriede gegangen, das ist der Stadtwald von Hannover. Ich hatte eine Thermoskanne Kaffee dabei und habe mich auf eine Bank gesetzt und den leichten Wind, das Zwitschern der Vögel, die Sonne und das Rauschen der Bäume genossen. Von der Seite kam eine alte Frau und fragte, ob sie sich setzen dürfte und ich rutschte ein wenig zur Seite und bot ihr einen Platz an. Wir saßen einige Minuten nebeneinander und erfreuten uns an dem wunderschönen sonnigen Tag. Plötzlich begann sie zu sprechen: „Wußten Sie, dass wir Kinder der Sterne sind?“ Ich sah sie verwundert an und erwiderte: „Nein, das wußte ich nicht.“ Sie meinte: „Das hat mir meine Oma erzählt, als ich ein Kind war. Vor vielen Milliarden Jahren sind die Sterne implodiert und das Eisen des Sternenstaubes ist noch heute in uns. Wir sind alles Sternenkinder.“ Ich habe sie wohl ein wenig überrascht angesehen, denn sie lachte und sagte: „Nein, ich bin nicht verrückt, es ist nur manchmal so schön, an meine Oma oder Mama zu denken und welch tolle und einfallsreiche Geschichten sie zu erzählen hatten.“ Nun war ich neugierig und bat sie, doch noch ein bisschen mehr zu verraten. Doch sie lachte nur und meinte: „Ach Kindchen, das interessiert doch keinen.“ Ich fand es so süß, dass sie mich Kindchen genannt hatte und versicherte, dass mich das sehr wohl interessiere. Daraufhin sah sie mich erstaunt an und dann begann sie leise Geschichten aus der Kindheit und ihrem Leben zu erzählen. Wir bemerkten nicht wie die Zeit verging. Gemeinsam tranken wir den Kaffee aus und ich lauschte begierig ihren  Erzählungen.

Es war schon später Nachmittag, als plötzlich mein Mann vor uns stand. Er hatte sich Sorgen gemacht und mich gesucht. Ich stellte ihm Hannelore,  so hieß die Frau, vor und sagte ihm, was wir den ganzen Nachmittag gemacht hatten. Daraufhin setzte sich mein Mann zu uns und wir unterhielten uns noch ein Weilchen.

Dann stand Hannelore auf und meinte, sie müsse jetzt nach Hause gehen. Als Abschiedssatz gab sie uns folgendes mit: „Ihr seid beide tolle Menschen, man sieht wie ihr euch liebt. Nehmt euch das Leben, habt keine Angst davor, denn jeder Berg hat einen Pfad. Versucht alles mit den Augen eines Kindes zu sehen und vergesst nie wie es ist, wenn in der Küche etwas köstliches schmort, liebe Menschen sich an den Tisch setzen, essen und Geschichten erzählen. Denn das ist das Leben.

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Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.

Mark Twain