„Vor kurzem habe ich gelesen, wir leben in einer Gesellschaft von notorisch unglücklichen Menschen.“

Geht man durch die Straßen und beobachtet die Leute ist es wirklich so. Kaum einer ist entspannt, lächelt. Bei den meisten sieht man Unruhe, Gereiztheit, Ärger, Müdigkeit und Unzufriedenheit. Man kann den Eindruck haben jeder ist mit jedem im Krieg.

Der „normale Mensch“ erschafft sich ein Leben voller Leid, Schmerz und Mangel, weil ihm niemand gesagt hat wie er auch glücklich leben kann. Zudem belügen sich die Menschen jeden Tag, es fallen Sätze wie „ich bin nicht liebenswert“, „ich bin nicht gut genug“, „ich bin nichts wert“. Dies gehört zu den tief verinnerlichten Grundgedanken über sich selbst.  Da es fast allen so geht, halten wir das für völlig normal. Der „normale Mensch“ benötigt meist 4 bis 5 oder mehr Jahrzehnte, bis er sich mit seinem leidvollen Leben so viele Verletzungen und Enttäuschungen zugezogen hat, um endlich zu verstehen, dass das mit der Natur des Menschen absolut nichts zutun hat, und aufzuwachen beginnt.

Doch der Mensch hat sich schon so sehr an seine Unfreiheit gewöhnt, dass er jeden für verrückt erklärt, der ihm das Tor in die Freiheit zeigen will, bzw. der ihm sagt, dass das Tor bereits offen steht. Er will es nicht hören, weil nicht wahr sein kann, was nicht wahr sein darf.

Doch soll es „normal“ sein, wenn man mit 60 Jahren am Ende ist? Krank, vielleicht einsam, wenig Geld? In unserer Gesellschaft ist ein „normaler Mensch“ jemand, der nicht selbständig handelt oder denkt und sein Glück selbst in die Hand nimmt.

Der „normale Mensch“ lebt wie ein Hund im Zwinger. Er bekommt sein Futter, Auslauf um zu arbeiten, ein bisschen Freizeit am Wochenende oder im Urlaub. Er tut was andere ihm sagen und merkt noch nicht mal, dass die Tür nur angelehnt ist, nicht verschlossen. Doch er will nicht auffallen, will mit dem Strom der Masse schwimmen. Er träumt von einem Leben in Freiheit, doch der Gedanke, dass er selbst der Held in seinem Lebensroman sein könnte, macht ihm Angst. Der „normale Mensch“ macht was man ihm sagt, arbeiten, konsumieren, seine Pflichten erfüllen und nie unangenehm auffallen. Seine größte Sorge ist, was andere von ihm denken.

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Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen dass sich etwas ändert.

Albert Einstein